Unsere Pferde

Potztausend in Erinnerung
Potztausend war ein wunderschöner Warmblüter mit Arabereinschlag. Er war ein absolutes Sprigtalent. Für ihn war es reine Freude, über ein Hindernis zu springen. Er war extrem umgänglich und vertrauensvoll. Er hatte nie etwas Negatives erlebt. Mit 3 ½ hatte er eine Phlegmone (wir nehmen an durch den Gabeleinstich eines unachtsamen Pflegers). Die Phlegmone wurde gebliestert und er hatte seither ein etwas dickes Hinterbein und entlastete das gebliesterte Bein. Man konnte ihn jedoch ganz normal reiten.
Als sich zeigte, dass ich mich weniger fürs Springen interessierte, als vielmehr furs Dressurreiten, verkauften wir ihn. Jahrelang träumte ich von diesem Pferd. Er war wunderbar zum Ausreiten, ein totales Verlasspferd und ich hatte immer das Gefühl, einen Freund verraten zu haben (durch den Verkauf). Von daher würde ich heute niemals mehr ein Pferd verkaufen, mit dem ich mich emotional so verbunden fühle. Viel mehr würde ich schauen, wie man die gemeinsame Zeit für beide sinnvoll gestalten könnte.
Und wie Bent Branderup sehr schön sagte: die emotionale Verbindung zum Pferd ist das Entscheidende.
Potztausend (Verwunderung) ist in Lateinisch Babae und kommt aus dem altgrieschichen Babei. Also gehts weiter mit Baba Joe… (s.u.).

Happy End in Erinnerung
Manchmal ist nomen nicht omen (der Name kein Vorzeichen) und das Ende nicht so glücklich. Happy End starb an Kolik in einer Tierklinik und der behandelnde Tierarzt gewährt mir nicht den Blick auf das tote Pferd, was es schwierg gemacht hat, mich von dem Pferd zu verabschieden und es loszulassen.
Happy End war wunderbar zu reiten. Sie war total biegsam und elastisch. Traversalen, fliegende Wechsel, alles sehr einfach für sie. Man konnte sie aufnehmen, sie stand am Zügel, lag nie auf der Hand. Versammelter Galopp am langen Zügel, eine einfache Übung für sie. Aufgrund eines Gebäudemangels (sie war hinten zeimlich überbaut) war ihr der große Sport erspart geblieben.

Baba Joe
Baba Joe ist ein Appaloosa Wallach. Er steht in der gleichen Box im gleichen Stall wie Postausend vor 35 Jahren. Im Sanskrit sagt man dazu Karma (Schicksal). Die Seelen dieser beiden Pferde sind ganz sicher miteinander verwoben.
Wo Potztausend nie etwas Negatives erlebt hatte, war Baba Joe eine solch unbekümmerte Kindheit nicht gegönnt. Man hatte ihn als Absetzer in eine Box gesperrt und er muss wohl wortwörtlich die Wand hochgegangen sein.
Beim Einreiten war er nicht ganz unkompliziert. Doch statt nach einem Weg der Verständigung zu suchen wurden er bei Widersätzlichkeit verprügelt. Baba ist ein Kämpfer und wenn man sich bei ihm auf Gewalt einlässt, kommt Gewalt zurück. Was man von ihm lernen kann: seine Emotionen absolut im Griff zu haben.

Was kann einem Besseres passieren als solch ein sensibler Trainer?
Mittlerweile kooperiert Baba Joe hervorragend und ich bemühe mich, dass das, was wir tun, für uns beide spannend ist. Durch ihn habe ich Freude an der Boden- und Handarbeit bekommen und es ist vielmehr ein Spiel (wenngleich es auch manchmal ernsthaft sein muss), wenn ich mit ihm vom Boden aus arbeite. Er präsentiert sich gerne und bei Seminaren kann man sich absolut auf ihn verlassen. Da er so unerschrocken ist, spielt auch die Anzahl der Menschen und was sonst dann noch so alles in der Halle passiert, keine Rolle.

Baba Joe wird mit der Kombination Kappzaum und Kandarre geritten. Er hatte lange Zeit große Probleme mit der Halswirbelsäule, was sich auch darin äußerte, dass er beim Freilaufen mit völlig verdrehtem Hals herumlief.
Durch das Vorwärts-Abwärts Reiten ist er sehr viel elastischer geworden und verwirft sich kaum noch im Hals.
Baba Joe reagiert auf die allerkleinste Hilfe und ist sehr fein zu reiten.

Monty
Monty war Springpferd und wurde als Voltigierpferd vom Reit- und Fahrverein Langenbrombach erworben. Wir sind mit dem Reit- und Fahrverein fusioniert und kümmern uns jetzt um ihn. Monty kann sich schnell mal aufregen, wenn die Kinder zu unkoordiniert in der Halle herumrennen.
Durch die Akademische Reitkunst wurde Montys Potential offensichtlich. Er hat einen sehr schönen Hals und ist für einen Warmblüter recht kurz gebaut. Dadurch ist er für die Versammlung hervorragend geeignet. Man kann ihn einhändig auf blanker Kandarre reiten und er hat hier sehr schön die Tendenz zum Vorwärts – Abwärts.
Durch die klassische Reitkunst hat Monty nun etwas, worin er richtig gut ist und es gefällt ihm immer besser, dass da Zuschauer sind, die nicht ganz so schrecklich sind, wie er immer dachte. Sogar Applaus wird mitlerweile dankend angenommen. Monty reagiert immer feiner auf Hilfen, wenngleich man ihn meist anfangs etwas überreden muss, seine zu entspannte Haltung aufzugeben. Ist er einmal bei der Sache, macht er gut mit.